Dort durften alle Menschen mit Behinderung über neue Namen für die Hülle des Schwerbehindertenausweises abstimmen. Den Anstoß dazu gab die damals 14-jährige Hannah, die sich nicht länger mit dessen Namen abfinden wollte und sich daraus selbst einen „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ bastelte. Hannah hat das Down-Syndrom, besitzt diesen Ausweis also schon ihr Leben lang und fühlte sich von der Bezeichnung diskriminiert. Deswegen hat sie eine Variante daraus gemacht, die viel besser zu ihr passt.

In sozialen Netzwerken stieß das schnell auf breite positive Resonanz, auf die das Land Niedersachsen reagierte: Anfang des Jahres startete dort ein Wettbewerb, in dem Vorschläge für neue Namen der Ausweishülle eingereicht werden konnten. Das Ergebnis: Nun können „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ oder „Meine Teilhabe“ (beschreibt den Anspruch auf Nachteilsausgleich zur Teilhabe an der Gesellschaft) auf die Hülle des Dokuments gedruckt werden. Der Ausweis selbst durfte nicht umbenannt werden, da seine Gestaltung einheitlich für ganz Deutschland geregelt ist. Aber schön zu sehen, wie einfach sich manche Dinge umsetzen lassen und wie Menschen in Entscheidungen mit einbezogen werden.