Interview: Coyote Collective.

Weiter gehts mit der Nummer 8 auf den trndtunes: Coyote Collective aus Berlin.

Coyote Collective

Bitte erzähle mal kurz die Band-History.

Eine richtige Band, im engeren Sinne, ist Coyote Collective nicht, sondern eher eine Ein-Mann-Sache. Weil Musik aber meistens spannender, interessanter, besser wird, wenn andere Leute mitmachen, heißt die Sache Coyote Collective, denn bei verschiedenen Tracks sind oder waren immer auch andere Leute involviert, sei es, weil sie bei der Produktion geholfen haben, oder weil jemand ein Instrument eingespielt hat.

Auf die eine oder andere Weise gibt es das Projekt schon seit Mitte der 80er Jahre. 2002 fand sich endlich die Zeit, eine Seite zu machen, auf der dann die Stücke veröffentlichen werden konnten. Vieles ist schon recht alt, manches vielleicht zu alt... Aber es sind auch ein paar richtig gute Sachen dabei.

Coyote Collective ist: Herr Coyote spielt Gitarre.

Wie würdest Du Deine Musik beschreiben?

Als ich intensiver anfing, Musik zu machen, war meine Begeisterung für Mark Knopfler und die Dire Straits schon recht extrem. Heute gilt das vielleicht als ziemlich uncool, aber ich stehe dazu, dass seine Art Gitarre zu spielen und Stücke zu arrangieren, mich gut 15 Jahre lang immer wieder begeistert hat. Und das wird natürlich in den Stücken aus dieser Zeit deutlich. Zumal mir außerdem sehr entgegenkam, dass Knopfler nun auch kein besonders guter Sänger ist. Das fand ich sehr sympathisch... Der Mann singt ja eher mit der Gitarre und nicht mit der Stimme.

Mark Knopflers Art Gitarre zu spielen und Stücke zu arrangieren, hat mich gut 15 Jahre lang immer wieder begeistert.

Andere Einflüsse, die eine wichtige Rolle gespielt haben, waren verschiedene Blues-Leute, einige französische Sänger, Pink Floyd, Bob Dylan. Heute entwickelt sich die Musik weiter (elektronische Einflüsse, die American Recordings von Johnny Cash, Wyclef Jean, momentan stehe ich voll auf „Let It Die“ von Feist, eine sensationelle Frau!), ich nehme außerdem Gesangsunterricht. Coyote Collective wird also sozusagen derzeit einer Generalüberholung unterworfen. Daher habe ich auch schon länger nichts Neues mehr veröffentlicht.

Bist Du ein Studioprojekt, oder kann man Dich auch mal live sehen?

Da es ja eigentlich ein Ein-Mann-Projekt ist, sind Auftritte bislang noch eher selten. Die Aufnahme auf TRNDTunes ist allerdings live entstanden, im Café Harlem in Berlin: ohne doppelten Boden, nur Gitarre und Gesang. Aber das Programm entwickelt sich langsam, und Auftritte sind generell eine feine Sache. Wenn also jemand „Coyote Collective“ mal live hören will, einfach bescheid sagen. ;-)

Wie bist Du darauf gekommen Deine Musik unter Creative Commons zu veröffentlichen?

Aus meiner Sicht ist das der neue Standard im Netz, der leichte Verbreitung und den Austausch fördert. Gute Sache, das!

Creative Commons ist eine feine Sache, aber zum Geld verdienen kaum geeignet. Gibts CDs von Dir, die man kaufen kann? Musik ist für mich derzeit eine wichtige Nebensache, muss daher erstmal kein Geld verdienen. Feedback, Meinungen, Stimmungen, Freunde und Freundinnen soll diese Musik erstmal verdienen. Und in dem Moment, in dem es gelingt, wirklich Reichweite mit Musik zu erzielen, wird man dann wohl auch das finanzielle „Problem“ in den Griff bekommt (siehe Gnarls Barkley).

Wenn eine Band wirklich eine Fangemeinde hat, dann gibt es Auftritte, dann gibt es T-Shirts und Merchandise, dann gibt es iTunes, dann gibt es Mundpropaganda-Effekte, die letztlich auch für Umsätze sorgen.

Band besteht seit: 1984 Heimatland der Band: Deutschland Erscheinungsjahr des Songs: 2002/2004 Bandhomepage: Coyote Collective Label/Netlabel: ---

Welche Bedeutung haben die grossen Plattenfirmen im Zeitalter des Internet? Ist ein Netlabel besser?

Ich kenne mich nicht wirklich mit den großen Plattenfirmen aus. Aber ich weiß, dass ich nichts so sehr schätze wie selbstbestimmt arbeiten zu können. Wenn die Währung, auf die man achtet, das Feedback von Zuhörern und die Downloads sind, dann ist man im Netz aus meiner Sicht erstmal besser bedient. Wenn ein Netlabel dann auch noch Reichweite schafft, ist das ein spannender Weg, die eigene Musik zu promoten.

Was sind für Dich wichtige Trends?

Dass mittlerweile über das Netz alle Formen medialer Ausdrucksform aktiv (produzierend) genutzt werden können. Bei Cartoons und Zeichnungen angefangen, bis hin zu Filmen und komplexen interaktiven Spielen und Events, die On- und Offline-Welt verbinden. Zu gestalten und zu beobachten, was Individuen, Organisationen und Unternehmen damit in den kommenden Jahren machen, und was das für die etablierten Medienhäuser bedeutet, wird sehr spannend sein.

Wie sieht die Zukunft von Coyote Collective aus?

Musikalisch bin ich, wie gesagt, gerade bei einer gewissen Neuorientierung – ein erster Song ist schon geschrieben, aber noch nicht aufgenommen. Das wird auch noch ein Weilchen dauern, weil ich beruflich gerade sehr eingespannt bin. Aber ich würde dann auch gern wieder verstärkt auftreten, außerdem gibt es noch eine ganze Menge an Material, das noch nicht veröffentlicht ist, damit müsste man auch was machen...

Willst Du den trnd-Lesern sonst noch etwas mitteilen?

Ja, sehr gern: das Feedback auf dem TRNDBlog hat mich wirklich gefreut, ganz besonders würde ich mich gern bei den Mitgliedern illuminato, dontpanic, UncleFu86, psyspy, lucky-luke, Cornerking H. 1st, dirkwm, Spocko und loudy bedanken, die alle sehr schöne Kommentare geschrieben haben. Gerade wenn man mit der Musik ein wenig pausiert hat, ist solches Feedback wirklich toll, weil es enorme Lust auf einen Neustart macht. Daher würde ich gern all denen, denen „Double Wedding Snapshot“ gefallen hat, einen Vorschlag machen: Hättet Ihr Lust zu etwas mehr Austausch über meine Musik? Ich denke darüber nach, welche Richtung ich mit der Musik weiter verfolgen soll, und ich würde mir gern Tipps und Rat von Leuten holen, denen meine Sachen gefallen. Wen also jemand aus der Community Interesse hat, dann schickt einfach eine Mail: martin [at] coyote-collective.com

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