Wie so oft im Marketing geistern viele nebulöse und (vermeintlich) toll klingende Bezeichnungen durch das Vokabular der Marketing-„Gurus“. Und Mundpropaganda klingt ja eigentlich auch viel besser neudeutsch „word of mouth“ oder kurz einfach WOM – aber bitte nicht mit World of Music verwechseln ;-)

Leider ist es nicht so schön eindeutig wie in der digitalen Welt der Bits und Bytes, wo die 0 und 1 einen eindeutigen Zustand definieren oder der Mathematik, wo Formeln wenig Raum für individuelle Interpretationen zulassen.

Nachdem es im Web schon zahlreiche Ansätze zur Erklärung und Definition der Begriffe gibt, wollen wir hier nur kurz das Wichtigste in dem Zusammenhang klar machen und nicht noch mehr Verwirrung stiften. Mal schaun, ob uns das gelingt…

Mundpropaganda ist ein ehrliches, natürliches Medium und dadurch sehr effektiv. Hier wird nicht getrickst oder getäuscht, sondern die ehrliche Meinung an Freunde und Bekannte weiter getragen. Fast jeder von uns spricht mit seinen Freunden über bemerkenswerte Produkte oder Dienstleistungen – das kann sowohl positive aber auch sehr schnell negative Mundpropaganda sein. In der positiven Ausprägung wird dann von einer Weiterempfehlung gesprochen.

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Mundpropaganda die meisten Kaufentscheidungen beeinflusst, sowohl im privaten als auch geschäftlichen Umfeld.

Beim „Viral Marketing“ (so wie es meist verstanden wird) wird versucht, eine Marketing-Botschaft mit einem Schneeballeffekt zu verbreiten. Häufig sind das kleine E-Mails oder Videos bzw. eClips. Es geht hier also weniger um Weiterempfehlungen, sondern die Verteilung von Informationen oder Unterhaltung. Durch das Internet (mit E-Mail, Online-Foren, Blogs und Chatrooms etc.) können sich solche Informationen extrem schnell und exponentiell verbreiten – wie ein Virus. Daher kommt auch der Begriff. Ein berühmtes Beispiel ist das Moorhuhnspiel – dieses hat sich innerhalb kürzester Zeit extrem schnell viral verbreitet. Aber … nur die wenigsten wissen jedoch, das dahinter Johnnie Walker stand. Also nicht unbedingt Mundpropaganda für das alkoholische Getränk… Insofern auch nicht richtig „Viral Marketing“, sondern eher eine „virale Aktion oder Kamapagne“ – mit eher umstrittenen Wert für die Marke oder das Produkt. Nicht alles was sich gerne als „Viral Marketing“ sieht, ist wirklich Marketing.

Aber auch richtige Mundpropaganda kann sich durchaus viral (d.h. extrem schnell, „ansteckend“ und exponentiell) verbreiten. Hier lassen sich Beispiele wie google, firefox, blair witch project oder auch Harry Potter heranziehen. Hier steckte der Virus eher in einem bemerkenswerten Produkt oder der Geschichte dahinter und nicht in einer Marketing-Botschaft bzw. eClip.

Also, langer Rede, kurzer Sinn: Word-of-Mouth oder abgekürzt WOM ist Mundpropaganda und diese kann sich viral verbreiten. Aber nicht jede virale Marketing Aktion ist Mundpropaganda. Und nicht alles, was so schön mit „Viral Marketing“ bezeichnet wird, ist tatsächlich Marketing.

Interessant zu diesem Thema ist auch der blog www.connectedmarketing.de